Bluma und das Gummischlangengeheimnis

Kinderbuch über Freundschaft und Vertrauen: Bluma und das GummischlangengeheimnisMan könnte meinen, dass die Geschichte von Bluma und dem Gummischlangengeheimnis mit der 5 in Mathe beginnt.

Aber das ist nicht so; das wäre nur die Art, wie Erwachsene die Geschichte erzählen würden.

Zum Glück lässt Silke Schlichtmann lieber das Mädchen Bluma erzählen, denn die weiß am besten, welchen Mist sie gebaut hat, was sie alles getan hat, um aus dem Schlamassel rauszukommen und warum das alles erst mal nicht funktioniert hat.

Es wird übrigens ein Happy End geben.

Das Geheimnis der Gummischlangen

An dem Tag, an dem Bluma die 5 in Mathe zurück bekommt, entdeckt sie den Zettel am Lattenzaun. Diesen Zettel findet sie übrigens nur, weil sie leidenschaftlich gerne alles zählt. Der Zaun hat Latten, die kaputt sind, und Bluma zählt immer nach, ob sich die Zahl geändert hat. So findet sie die Nachricht „Hund zu verschenken“.

Kurz darauf weiß sie, dass es keine gute Idee ist, den Eltern erst von einer schlechten Note zu erzählen und dann zu fragen, ob man einen Hund bekommt. Also geht sie zu ihrer Lieblingsnachbarin Alice, mit der sie immer alles so gut besprechen kann. Aber Alice ist heute anders als sonst, das erhoffte Problemlösungs-Gespräch kommt nicht zustande.

Doch da gibt es ja noch die Gummischlangen in dem Glas auf dem Küchenschrank. Ihr Geheimnis: wenn man sie ganz langsam kaut und dabei fest an an das Problem denkt, findet man die Lösung.

Bluma wird eine solche Schlange klauen.

Verschüttete Milch bekommt man nicht zurück ins Glas

Warum erzähle ich das diesmal so ausführlich? Um euch ein Gefühl zu geben, wie die Geschichte von Bluma und dem Gummischlangengeheimnis funktioniert.

Nichts ist geradlinig, alles ist miteinander verbunden. Jeder gesagte oder eben nicht gesagte Satz hat eine Folge und selten die, die man erhofft hat. Ich finde das sehr, sehr realistisch, denn Freundschaften können bei Kindern eine komplizierte Angelegenheit sein. Das sollte man ernst nehmen. Silke Schlichtmann und Ulrike Möltgen nehmen das ernst.

Bluma weiß sofort, dass sie Mist gebaut hat. Aber verschüttete Milch bekommt man nicht zurück ins Glas. Nach vielen erfolglosen Versuchen, den Schaden heimlich in Ordnung zu bringen, weiß sie, was sie tun muss: ehrlich sein und reden.

Danach weiß sie noch viel mehr. Ein schlechtes Gewissen ist eine gute Erfindung. Freundschaften basieren auf Vertrauen und Gesprächen. Wer in ein Problem verstrickt ist, neigt dazu, nicht rechts und links zu schauen und übersieht daher vieles.

Der Weg zur Erkenntnis liest sich gut und viel zu Lachen gibt es auch. Gekrönt wird das alles von einem ganz besonders feinen Happy End. Nein, Bluma bekommt den Hund nicht. Das wäre zu einfach und würde der Komplexität von Kinderleben nicht gerecht werden. Die Lösung ist viel schöner – freut euch drauf!

Optimistisch bleiben und fest an eine Lösung glauben: das ist Bluma

Vor allen Dingen freut euch auf die Zeichnungen von Ulrike Möltgen, die mit nur drei Farben die Welt von Bluma lebendig werden lässt. Ihre Bilder sind eine wichtige zweite Stimme, denn sie zeigen deutlich, dass Bluma trotz aller Probleme und Gewissensbisse nie ihren Optimismus verliert. Das für mich schönste Bild gehört zum Happy End:

Illustration von Ulrike Möltgen aus dem Kinderbuch Bluma und das Gummischlangengeheimnis: Bluma und der Hund Flocki

Eines sollte man allerdings bedenken: für manche Kinder wird sich Bluma und das Gummischlangengeheimnis nicht so ganz leicht lesen lassen. Silke Schlichtmann lässt ihre Bluma sehr frei erzählen. Daher sind die Sätze mal kürzer und mal länger und nicht immer ist die Satzstellung so, wie man es aus dem Lesebuch oder aus Leicht-Lese-Bücher wie dem Magischen Baumhaus oder den ???-Kids kennt. Sollte das Probleme bereiten empfehle ich, die Geschichte abwechselnd zu lesen und immer wieder einen Part von einem Erwachsenen vorlesen zu lassen. Es lohnt sich!

Infos zum Kinderbuch:

Silke Schlichtmann

Bluma und das Gummischlangengeheimnis

illustriert von Ulrike Möltgen
empfohlen ab 8 Jahren

Hanser
ISBN 978-3-446-25701-6

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