Ein un-weihnachtliches Nikolaus-Bilderbuch

Warum Nikolaus am liebsten heimlich schenkt - Bilderbuch ohne WeihnachtenNikolaus ist Bischof in der Stadt Myra. Ein wichtiger Mann, der sich aber gerne heimlich ohne Bischofsgewand in die Stadt schleicht. Nur so kann er den Menschen zuhören, von ihren wahren Sorgen und Ängsten erfahren und ihnen helfen. Begleitet wird er auf den Bildern von einem fröhlichen Dackel.

Überhaupt geht es im Bilderbuch „Warum Nikolaus am liebsten heimlich schenkt“ trotz all der Menschen in Not, denen der Bischof Nikolaus hilft, recht fröhlich zu. Es gibt spielende Kinder, Schmetterlinge und neugierige Katzen. Nur eines gibt es nicht: Weihnachten.

Das Bilderbuch erzählt ein wenig über den historischen Nikolaus, ein wenig über alte Zeiten und viel darüber, dass es nicht allen Menschen gut geht. In der Familie des Gerbers ist die Mutter gestorben, der Vater krank und die Brüder verdienen als Schuhputzer nicht genügend, um die Familie zu ernähren. Der Vater weiß nur noch einen Ausweg: er wird die drei Schwestern verkaufen.

Nikolaus erfährt auf einem seiner heimlichen Ausflüge vom Schicksal der Gerber-Familie. Nachts liegt er grübelnd im Bett.

Ich habe doch alles, was ich brauche. Also gebe ich das Gold besser den Menschen, denen es viel schlechter geht als mir.

 

Dreimal wird er sein privates Gold verschenken. Beim ersten Mal wirkt er noch wild entschlossen, beim zweiten Mal fällt ihm das Verschenken seines eigenen Besitzes schon schwerer. Dieses sympathische kleine Zögern ist für mich der stärkste Moment der Geschichte.

Doch was ist ein Gerber? Wie kann man Menschen verkaufen? Warum ist es eine Katastrophe, wenn die Schwestern des kleinen Gerber-Jungen nicht heiraten können? Und warum braucht man für eine Hochzeit Gold? All diese Fragen beantwortet das Bilderbuch „Warum Nikolaus am liebsten heimlich schenkt“ nicht; das bleibt stillschweigend dem Vorleser überlassen.

Infos zum Bilderbuch:

Marlene Fritsch
Elli Bruder

Warum Nikolaus am liebsten heimlich schenkt

empfohlen ab 4 Jahren

Patmos Verlag
ISBN 978-3-8436-0549-6

Leseprobe beim Patmos Verlag

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