Geliebte Kinderbuchschätze – Kinderbuch-Blogparade

Geliebte Kinderbuchschätze - Kinderbuch-BlogparadeGeliebte Kinderbuchschätze – unter diesem Motto lädt Miri alias Geschichtenwolke – Kinderbuchblog, zur Blogparade ein.

Ich halte mich ganz eng an ihre Fragen und erzähle Euch etwas über Uli, den Fehlerteufel, über Kinderbücher aus der DDR, darüber, warum es bei mir gleich eine Bibliothek sein musste und von den Werten und Welten, die in Büchern stecken.

Die Fragen zur Kinderbuch-Blogparade:

An welche Bücher aus eurer Kindheit könnt ihr euch noch gut erinnern?

Die kleine Raupe Nimmersatt, Mein Esel Benjamin, Ronja Räubertochter, Dr. Dolittle, Grimms Märchen, Hanni und Nanni, Fünf Freunde, Kinderbibel, Was ist Was, Universum Kinderlexikon

Das sind die Bücher, von denen ich glaube, dass ich sie wirklich als Kind geliebt habe und sie nicht im Rückblick als Erwachsener erst aufgewertet habe. Ist ja gar nicht so einfach, sich wirklich zu erinnern.

Welches Kinderbuch hat einen ganz besonderen Stellenwert für euch?

Da wähle ich kein einzelnes Buch, sondern gleich die ganze Bibliothek, die für mich schon immer Freiheit roch. Bücher, das bedeutet für mich Vielfalt, neue Eindrücke, pralles Leben. Da genügt ein einzelnes Buch nicht.

Welches war das erste Buch, welches ihr bewusst gelesen habt?

Uli der Fehlerteufel – meine Lesebuch aus der Grundschule. Danach begann das Bücher fressen.

Welche Kinder- oder Bilderbücher stehen für eure Kindheit?

Da möchte ich einen ganz besonderen Aspekt herausgreifen. Meine Buch-Erinnerungen beginnen mit „Der kleine Esel Benjamin“. In diesem Bilderbuch begegnen wir zwar einerseits einem sehr unternehmungslustigen, selbstständigen kleinen Mädchen, andererseits aber auch einer Familie mit sehr klassischer Rollenverteilung.

Das letzte richtige Jugendbuch, an dass ich mich erinnern kann, ist „Hypatia“ von Arnulf Zitelmann – ein Buch über eine äußerst selbstständige Frau der Antike, die ihren wissenschaftlichen und politischen Interessen nachgeht.

Was für ein Wertewandel zwischen diesen beiden Büchern! Genau dieses breite Spektrum definiert die Bücher meiner Kindheit – von den konservativen Fünf Freunden zu Ronja Räubertochter; vom Nesthäkchen zum Feminismus.

Mit Büchern die Welt und sich selbst entdecken.

Welche Kinderbücher möchtet ihr unbedingt auch euren Kindern und Enkeln vorlesen?

Eines, dass zu ihnen passt. Ich bin nicht missionarisch unterwegs; ein „Das musst Du gelesen haben!“ wird es bei mir nie geben.

Mit welchem Kinderbuch verknüpft ihr bestimmte Erinnerungen und Erlebnisse?

Da gibt es natürlich viele: Drei Fragezeichen und Was ist was mit den Nachbarsjungs lesen, die Illustrationen aus dem Kinderlexikon als Malvorlagen verwenden, Hanni und Nanni verschlingen, mit Ronja Räubertochter die Erkenntnis teilen, dass sich Erwachsene nicht immer wie Erwachsene verhalten, zum Entsetzen meiner Eltern und zur Freude meiner Oma Bibelgeschichten entdecken und mit Dr. Dolittle, den ich auf Englisch gelesen habe, eine neue Sprache erforschen und dabei lernen, dass man nicht jede Vokabel verstanden haben muss, um einer Geschichte zu folgen.

Zu den Büchern, die mir im Gedächtnis geblieben sind, gehört auch immer eine ganz persönliche Geschichte.

Gibt es ein Buch, welches euch zum Lesen gebracht hat?

Nein, dazu musste man mich nicht bringen – ich bin zum Lesen hin gerannt.

Habt ihr noch alte Bücher in eurem Regal stehen, die ihr niemals weggeben würdet?

Ich habe in den letzten Jahren schon viele Bücher weggegeben, von denen ich dachte, dass sie immer bei mir wohnen würden. Wenn meine Bücher nicht mehr in meine Wohnung passen, dann verschenke ich sie. Geheime Kisten im Keller oder auf dem Dachboden kommen bei mir nicht in Frage, denn dann sind die Bücher ja auch schon „weg“.

Was ich wohl wirklich behalten werde, sind ein paar Kinderbücher, die ich von meinen Tanten aus der DDR erhalten habe, denn bei diesen Büchern vermute ich, dass sie nie wieder aufgelegt werden: Maria Kownacka „Knetemännlein“, „Erzählungen aus dem Wald“ von Rudo Moric und eine illustrierte Ausgabe von Puschkins Märchen.

4 Kommentare

  1. Pingback:Blogparade: Geliebte Kinderbuchschätze | Geschichtenwolke - Kinderbuchblog

  2. Pippi Langstrumpf hat mich übrigens auch nie so begeistert wie einige andere Bücher von Astrid Lindgren. Warum weiß ich gar nicht so genau… Michel mochte ich als Kind schon! Aber bei den Büchern von Lotta zum Beispiel weiß ich es nicht so genau… Ich glaube, ich habe sie erst mitbekommen, als meine 4 Jahre jüngere Schwester sie vorgelesen bekam. Da war ich zwar auch noch Kind, aber eigentlich schon raus aus dem Alter der eigentlichen Zielgruppe. Ronja Räubertochter hat mich auch begeistert und ich kann mich auch noch gut daran erinnern, wie ich es gelesen habe, da wir zu diesem Zeitpunkt im Urlaub auf Bornholm waren… 🙂

  3. Vielen Dank für deinen Beitrag! Er gefällt mir richtig gut, weil man sehr schön die literarische Kindheit und den Wert der Bücher für Kinder und ihr Erleben nachvollziehen kann. Gerade die persönlichen Erinnerungen finde ich auch spannend, denn die sind ja bei jedem anders. Außerdem finde ich es sehr interessant sich noch einmal bewusst zu machen, welche verschiedenen Werte und Rollenvorstellungen in den Büchern, die man gelesen hat, tatsächlich vorkamen.
    Übrigens kann ich auch diesem Abschnitt voll und ganz zustimmen: „Das sind die Bücher, von denen ich glaube, dass ich sie wirklich als Kind geliebt habe und sie nicht im Rückblick als Erwachsener erst aufgewertet habe. Ist ja gar nicht so einfach, sich wirklich zu erinnern.“ Gerade bei den Büchern von Astrid Lindgren weiß ich teilweise nicht so genau, ob ich sie wirklich schon als Kind gekannt und geliebt habe oder ob das erst später kam…

    • Gerade bei den Büchern von Lindgren bin ich mir sehr sicher, was ich als Kind davon gehalten habe. Pippi Langstrumpf mochte ich nicht – die war mir zu schrill. Bullerbü: zu sehr heile Welt, fand ich unrealistisch. Michel mochte ich – was einmal daran liegen könnte, dass es in dem Buch Konflikte gibt. Es kann aber auch daran liegen, dass mir mein Vater diese Bücher von Dienstreisen mitbrachte. Ronja Räubertochter hat mich begeistert – aber da war ich ja auch schon etwas älter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.