Kunstanstifter Verlag: Bilderbücher für Kinder und Erwachsene sind unser Ding

Ben und die Wale. Bilderbuch zum Thema Tod und Trauer aus dem Kusntanstifter Verlag Mannheim„Bilderbücher für Kinder und Erwachsene sind unser Ding.“ So einfach fasst die Verlegerin Suse Thierfelder das Konzept des Kunstanstifter Verlags zusammen.

Diesen Satz sollte man im Hinterkopf behalten wenn man sich mit den Büchern des Mannheimer Verlags befasst, denn er hilft, das außergewöhnliche, intelligente und unerwartete Programm zu verstehen.

Der rote Faden des Verlagsprogramms sind die Illustrationen. Von ihnen ausgehend wird ein Dreiklang aufgebaut: Illustration, Text und Buchgestaltung.

Während Autor und Illustrator noch um den besten Weg, die Geschichte darzustellen, ringen, bringt der Buchgestalter eine weitere Ebene in den Prozess ein und sorgt für Struktur und äußeren Rahmen, für die Bühne auf der die Geschichte sich entfalten darf.

Das Ergebnis sind Bücher, bei denen handwerklich gut gemacht schon fast eine Untertreibung ist. Kunst- oder Kinderbuch? Es ist immer beides.

So wundert es mich nicht, dass sich die Galerie Sebastian Fath in Mannheim als guter Ort für den Buchverkauf erwiesen hat. Hier kann das Programm in seiner Vielfalt wirken, hier muss es sich nicht den typischen Fragen des Wirtschaftsunternehmen Buchhandel stellen: für welches Alter ist das Buch und in welche Abteilung in der Buchhandlung passt es?

Auf beide Fragen hat die Verlegerin wieder eine einfache Antwort: unsere Bücher sind immer für Kinder und Erwachsene, denn wir wollen nur solche Bilderbücher machen, die man behält, wenn man kein Kind mehr ist. Wo die Bücher in der Buchhandlung liegen ist uns nicht wichtig – Hauptsache, sie sind dort.

Wer sich mit der Welt des Kunstanstifter Verlags vertraut machen will, dem empfehle ich zum Einstieg diese drei Bilderbücher:

  • Beginnen würde ich mit Winterspaß im Slapsefjell, denn das Bilderbuch liefert genau, was es im Titel verspricht.
  • Als zweites würde ich das Bilderbuch zum Thema Tod und Trauer in die Hand nehmen: Ben und die Wale lässt dem Thema Tod durch das Motiv der Wale seine Größe und Wucht. Es nimmt aber zugleich den Leser liebevoll an die Hand und zeigt einen Weg aus der dunklen Zeit heraus.
  • Als drittes würde ich empfehlen, Milli Hasenfuss in die Hand zu nehmen und dabei immer im Hinterkopf behalten, dass diese Illustratorin auch den Mondbär gemacht hat. Diese Bandbreite ihres Könnens würde ohne einen Verlag wie Kunstanstifter nicht sichtbar werden!

Noch ein Lesetipp: Auf dem Kinderohren-Blog findet Ihr zwei Beiträge zum Bilderbuch „Papa ist doch kein Außerirdischer“. Die Übersetzerin Anne Thomas erzählt, wie nicht übersetzbare französische Schimpfwörter zu neuen Illustrationen geführt haben.

Alle Infos zum Kunstanstifter Verlag findet ihr auf der Webseite. Besucht habe ich den Verlag mit den Bücherfrauen Rhein-Neckar. Danke für Euer beständig gutes Programm und für diesen inspirierenden Ausflug!

Ein Kommentar

  1. Das hört sich sehr interessant an!

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