Sing, sang, Zwitscherklang – viel besser als nur gereimt

ZwitscherklangManchmal (aber nur in ganz seltenen Fällen) ist ein Blog ein richtig doofes Medium. Komplett ungeeignet für das, was ich gerne über ein Buch mitteilen möchte.

„Sing, sang, Zwitscherklang – die Vogelwelt in Versen“ ist ein Bilderbuch, das mir solch einen Moment verschafft. Ich will das nicht bloggen – ich würde Euch das viel, viel lieber vorlesen!

Kann ich aber nicht (mangels Podcast).

Deswegen werde ich diesmal ausgiebigst aus dem Buch zitieren und ich bitte Euch inständig, diese Zitate laut zu lesen! (ist mir egal, wenn ihr gerade in der Straßenbahn sitzt.)

Wenn die bunten Papageien
tief im Urwald lauthals schreien,
wollen sie aus vollen Kehlen
kreischen, krächzen und krakeelen.
Unsinn, Quatsch und Firlefax.
KORAX!

Aber der Papagei, der da laut krächzend im Urwald sitzt, kann auch ganz anders. Viel leiser, viel zarter.

Wenn die Papageien brüten,
später dann die Jungen hüten,
schrei’n sie nicht mehr, sondern tuscheln,
kosen, knabbern, kraulen, kuscheln.
Leise gicks und zärtlich gacks.
Korax, korax.

Versteht Ihr jetzt, warum ich Euch am liebsten alles, jede einzelne Zeile aus dem Bilderbuch „Sing, sang, Zwitscherklang – die Vogelwelt in Versen“ vorlesen würde?

Das ist nicht einfach ein gereimtes Bilderbuch, das ist viel mehr. Manche der Gedichte enthalten eine Einladung zum Rumalbern und Rumtoben, andere sind hingegen ganz still und zart. So wie dieses über die „Kalten Zeiten“


Dicht gedrängt auf kahlen Zweigen
hocken sie bedrückt und schweigen.
Wann wird’s Frühling hier im Garten?
Vögel warten.

Vögel sind wunderbar, oder? Alle Blog-Leser, die einen Urlaub am Meer planen, möchte ich daran erinnern, dass nicht alles, was von Oben kommt, zwangsläufig gut ist:


Unten ein
Mann allein
Ohne Hut
Gar nicht gut
Auf den Kopf
Macht es tropf
Mann perplex
Möwenklecks

Von Schabernack bis poetisch decken die Gedichte aus dem Bilderbuch „Sing, sang, Zwitscherklang – die Vogelwelt in Versen“ das gesamte Spektrum der Lyrik ab. Das Buch klingt, es macht Spaß, es verzaubert, es informiert und es schult im Umgang mit der Sprache. Das ist sehr, sehr viel für ein Bilderbuch! Und ganz am Schluss, im letzten Gedicht, verrät es auch noch, wie sich ein Gedicht anfühlt. Aber das erzähle ich Euch hier nicht!

Informationen zum Bilderbuch:

Iris Schürmann-Mock
Christiane Fürtges – Illustrationen

Sing, sang, Zwitscherklang – die Vogelwelt in Versen

Velber Verlag
ISBN 978-3-8411-0203-4

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