Mo Anders – Die Reise der blauen Perle – Autoren-Interview

Mo Anders - Autorin "Die Reise der blauen Perle"

Kinderbuch-Autorin Mo Anders © privat

„Die Reise der blauen Perle“ geht weiter – die Kinderbuch-Serie, über die ich im Mai 2014 schrieb:

… eines dieser Kinderbücher, die so wirken, als wären sie an der heimatlichen Bettkante getestet worden.

 

 

 

Erst, wenn die äußerst kritischen Zuhörer zuhause zufrieden sind, wird ein Buch daraus.

Diesmal führt uns das Abenteuer nach Schweden zu den Problemlösern Sven Svensson und Olle Olsson. Das magische Tier, in dessen Begleitung Erik die Reise erlebt, ist natürlich ein Elch.

„Die Reise der blauen Perle nach Schweden“ liegt schon hier auf meinem Stapel der bald zu lesenden Bücher – ich freu mich schon darauf!

Doch bevor ich mit der blauen Perle, die ein Symbol für unsere Erde mit ihren vielen Ländern ist, im Kopf und auf den Buchseiten verreise, konnte ich Mo Anders ein paar Fragen zum Thema Fernweh und Reisen stellen.

Liebe Mo, hast Du wirklich alle Länder und Sehenswürdigkeiten besucht, die in Deiner Kinderbuch-Serie „Die Reise der blauen Perle“ vorkommen?

Hawaii, Österreich, Kambodscha, Schweden und alle Länder, zu denen ich zukünftig einen ‚Die Reise der blauen Perle“-Band veröffentlichen werde, habe ich selbst bereist, oft mehrfach. Ich war bisher in mehr als dreißig Ländern unterwegs, oft mit dem Rucksack.

Allerdings nehme ich mir als Autor auch die Freiheit, in Ausnahmefällen auch Orte, in denen ich noch nicht war, in den Roman einzubauen, wenn ich das Gefühl habe, dass dies der Geschichte gut tut oder dass dies bei dem Land keinesfalls fehlen darf.

Meine Länder-Bände sind weder Reiseführer noch Reiseberichte, sondern Abenteuergeschichten. Die Recherche, vor Ort aber auch in der Literatur, in Museen, in Gesprächen und im Internet, nimmt den großen Teil meiner Arbeitszeit an einem Buch ein.

Um zu testen, ob ein Band authentisch wirkt, suche ich immer Testleser, die aus diesem Land kommen, in diesem Land leben oder gelebt haben oder in diesem Land herumgereist sind. Meine Bücher haben auch nicht den Anspruch, Länder umfassend zu erklären und in allen Facetten abzubilden, das ist schlichtweg unmöglich. Die faktengespickten Abenteuergeschichten wollen kindgerecht unterhalten, auf kulturelle und geographische Besonderheiten aufmerksam machen und zum Denken sowie Weiterforschen anregen.

Wann bist Du eigentlich an chronischem Reisefieber erkrankt? Bist Du schon als Kind so viel gereist und was ist das erste Reiseziel, an das Du Dich erinnern kannst?

Die erste Reise, an die ich mich erinnern kann, ging nach Venedig, wo ich als kleines Kind auf dem Markusplatz Tauben fütterte. Damals gab es dort extra Buden für den Verkauf von Taubenfutter, heute ist es verboten.

Insgesamt war ich als Kind nicht außergewöhnlich oft im Ausland. Den Grundstein für meine Reiseleidenschaft hat vermutlich der Sportjugendaustausch mit Japan gelegt, an dem ich als Teenager teilnehmen durfte.

Wir waren in Tokio, Kyoto und in verschiedenen Orten auf Kyushu unterwegs, der südlichsten der japanischen Hauptinseln. Wir wohnten meist bei japanischen Gastfamilien und konnten wirklich vielfältige Eindrücke sammeln, von einer echten japanischen Teezeremonie, über Sportarten wie Kendo, den Besuch verschiedener Tempeln und Schreinen bis hin zu einem sehr bewegenden Besuch des Atombombenmuseum in Nagasaki, wo uns die Legende der 1000 zu faltenden Kraniche erzählt wurde. Diese Erlebnisse haben mich nachhaltig geprägt.

Schreibst Du schon auf der Reise am neuen Buch oder erst zu Hause?

Für die Recherche- und Schreibprozesse habe ich keinen starren Plan. In der Schublade, oder besser gesagt auf meinem Computer, liegen bereits viele Manuskripte und Ideen für weitere Länder.

Dass es von der Idee bis zum fertigen Buch dann doch recht lange dauert, liegt daran, dass ich sehr sorgfältige recherchiere, die Geschichten selbst illustriere und großen Wert auf das Feedback landeskundiger Testleser lege.

Manchmal lasse ich mich erst von einem Land direkt inspirieren, manchmal bestimmt bereits eine Idee für ein Abenteuer Reiseziel und -route und wird dann vor Ort überprüft, verfeinert oder variiert. Oft sammle ich vor Ort Ideen und Fakten und beginne erst nach der Reise mit dem Schreiben.

Es ist allerdings auch schon vorgekommen, dass ich in einem Land fast eine Nacht für einen Plot geopfert habe. Beim Packen des Koffers stehe ich oft vor der Qual der Wahl, ob ich meinen Computer mitnehme oder lieber zu Hause lasse.

Reisen deine Kinder auch so gerne wie Du? Oder bekamst Du schon mal zu hören „Och, Mama, müssen wir schon wieder wegfahren? Ich mag lieber hier mit meinen Freunden zu Hause spielen!“?

Im Großen und Ganzen finden meine drei Töchter unsere Reisen auch toll, zumindest jetzt noch. Allerdings meckern sie auch schon mal über zu lange Autofahrten oder Flüge.

Manche Reisen habe ich alleine unternommen, beispielsweise nach Kambodscha, meist ist die komplette Familie mit dabei, wie bei den beiden Reisen nach Hawaii.

Natürlich gibt es auch unterschiedliche Vorstellungen, was wir am Reiseziel unternehmen. Meist finden wir gute Kompromisse, so dass ich ausreichend Gelegenheiten für meine Recherche habe und auch meine Töchter die Erfahrungen als positiv empfinden.

Schön ist, dass wir mittlerweile auf Reisen oft gemeinsam diskutieren, welches Tier ein Kind in dem Land kennen lernen könnte, welche Abenteuer sie erleben könnten oder welche Sachen oder Themen in dem Land nicht fehlen dürfen. Das ist zumindest die Momentaufnahme.

Nehmen wir mal an, Geld und Zeit würden keine Rolle spielen – was wäre Deine Traumreise?

Was für eine wunderbare Vorstellung!

Dann würde ich am liebsten sofort mit meiner Familie eine Reise um die Welt antreten, ohne feste Route, ohne Zeitplan. Wir würden mal mit einem Segelschiff schippern, mal mit einer nostalgischen, ratternden Eisenbahn reisen, mit einer Kamelkarawane, auf einem Eselskarren oder in einer kleinen Propellermaschine fliegen. Wir würden uns treiben lassen von zufälligen Erlebnissen und Begegnungen. Wir würden mal bei Einheimischen wohnen, mal in luxuriösen Hideaways, mal in einem Eishotel, mal in einer Jurte.

Mein „Die Reise der blauen Perle“-Projekt könnte ich von jedem Ort der Welt aus weiterführen.

Liebe Mo, ich danke Dir für Deine Zeit und das Interview, das gleichzeitig das erste Autoren-Interview hier auf dem Buchkind-Blog ist!

Mo Anders - Die Reise der blauen Perle nach Schweden - Kinderbuch

Die Reise der blauen Perle nach Schweden – ein Qindie-Buch

Ein langes Interview mit Mo Anders über das Schreiben von Kinderbüchern und über die Herausforderungen, denen sich ein Selfpublisher stellen muss, findet ihr hier auf dem Blog der Kinderbibliothek.

Alle Bücher lassen sich übrigens voneinander unabhängig lesen. Die blaue Perle wird von Kind zu Kind weitergereicht und so steht in jeder neuen Folge ein anderes Kind im Mittelpunkt.

Leserstimmen zu der Kinderbuch-Serie findet ihr hier bei Lovelybooks.

Wenn ihr genau verfolgen wollt, wo Mo Anders jetzt gerade wieder unterwegs ist und welches Land im nächsten Band der „Reise der blauen Perle“ die Hauptrolle spielen könnte, dann verfolgt ihre Facebook-Seite!

Ein Kommentar

  1. Schönes Interview! Das Buch ist heute bei mir angekommen und ich freue mich schon darauf, es zu lesen! 🙂

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