Was Herr René so alles malt

Wenn Herr René, dieser knuffige Hund mit der Baskenmütze, etwas malt, wirkt es begeisternd echt. Nur satt wird er davon nicht, denn niemand kauft seine Bilder und essen kann er den gemalten Apfel auch nicht.

Ein mysteriöser Herr mit einem charakteristischen Hut sorgt auf geheimnisvolle Art dafür, dass auf einmal alles, was Herr René malt, real wird.

Da malt sich der Hund genug Essen ins Leben – einen Hot Dog und Nachtisch. Ein größeres Haus und ein Auto, um reisen zu können. Ein Schiff, eine Villa, einen Cadillac, Champagner … Er malt und malt und malt. Bis Rosa, die Markthändlerin, die er schon immer angehimmelt hat, ihm eine einfache Frage stellt, die ihn wieder zum Ausgangspunkt der Geschichte zurückbringt.

Wie würdest Du das Talent nutzen?

Was wäre, wenn alle Kunst eines Tages wahr würde? Eine zutiefst philosophische Frage, die für mich den Kern des Bilderbuchs ausmacht. Dennoch ist Was Herr René so alles malt kein kompliziertes Bilderbuch – ganz im Gegenteil! Die Geschichte besitzt eine Schlichtheit und ist ganz einfach zugänglich. Als Leser fiebert man sofort mit Herrn René mit und überlegt sich, welche Wünsche man selbst mit diesem Talent wahr werden lassen würde.

Für erwachsene Kunstliebhaber hat Leo Timmers genauso Schmankerl in den Bildern versteckt wie für die Kinder. Sie freuen sich über den Pinguin als Fischhändler, die Vorleser über Anspielungen auf Magritte und Brüssel. Genauso muss das sein: eine auf den ersten Blick einfache Geschichte, die ihre Wirkung auf vielen Ebenen entfaltet!

Mehr als nur ein Bilderbuch über Kunst

So sehr ich Kinderbücher zum Thema Kunst mag, eines hat mich schon immer gewundert: sie behandeln meist nur die Kunst, ihre Entstehung und ihre Bedeutung. Als könnte man Kunst vom Leben trennen!

Was Herr René so alles malt ist erfrischend anders. Dieses Bilderbuch erzählt eine Geschichte von der Kunst, vom Malen und von den inneren Gründen, sich künstlerisch zu betätigen. Es erzählt aber auch eine Geschichte von der Freundschaft, von der Macht der Wünsche, vom Talent – eben vom ganz normalen, prallen Leben. Nur so, wenn Kunst und Leben zusammengehören, kann ein „Apfel“ daraus werden, der Künstler, Betrachter und Leser nährt!

Infos zum Bilderbuch:

Leo Timmer

Was Herr René so alles malt

Schaltzeit Verlag

Leseprobe auf der Webseite des Verlags

Rezensionen bei Schatzenkind und Janetts Meinung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.