Die größten Schätze aller Zeiten

Wenn man Schätze finden kann, dann muss sie vorher jemand verloren haben. Das ist logisch. So logisch, dass ich (als Erwachsene) erst mal nicht darauf gekommen wäre und ein Kindersachbuch brauche, das mich auf diesen Zusammenhang aufmerksam macht.

Die größten Schätze aller Zeiten. Wie man Schätze versteckt, verliert und wieder findet heißt das Buch, das diese Wissenslücke – und viele andere – füllt. Das geschieht locker und in perfekter Balance zwischen Abenteuerlust, Neugier, wissenschaftlichem Forscherdrang und Spaß am Angeberwissen.

Oder wusstet Ihr, dass im Grab von Tutenchamun auch eine Unterhose gefunden wurde?

Solches Wissen wird hier übrigens nicht in Infokästen gepackt. Jedem Schatz werden zwei Doppelseiten mit durchgehendem Fließtext gewidmet. Um da alles an Infos reinzupacken, dabei zu unterhalten und den Spannungsbogen zu halten, muss man schreiben können. Das kann der Autor Raphael Honigstein!

Seine Texte packen den Leser und im Lesefluss erfährt man die abenteuerlichsten Details. So gab es 1694 in London einen Börsencrash, der von Schatzsuchern ausgelöst wurde. Um ihre Reisen zu finanzieren, wurden Firmen gegründet und Geldgeber gesucht. Doch zu viele Firmen gingen pleite, weil die Schatzsucher mit leeren Händen heimkamen. So einfach kann man wirtschaftliche Zusammenhänge erklären! Selbst so komplexe Themen wie die russische Revolution von 1917 werden in zwei Sätzen gut zusammengefasst.

Ich schätze es ja sehr, wenn der Wissensdurst von Kindern ernst genommen wird, und man ihnen zutraut, komplexe Themen zu verstehen. Was ich an dem Buch jedoch nicht mag, ist die Schrift. Auf manchen Seiten, insbesondere vor unruhigen Hintergrundbildern, ist sie schwer zu lesen. Hier wäre mir etwas weniger Gestaltungswillen lieber gewesen.

Hier kommt die Schrift gut zur Geltung. Auf anderen Seiten wird es schwieriger. Mehr Leseproben beim Verlag (auf das Bild klicken).

Die Illustrationen unterstützen die Texte sowohl auf der Sachbuch-Ebene als auch auf der Abenteuer-Ebene sehr gut. Die handelnden Personen werden gezeigt, das jeweilige Zeitalter ist gut zu erkennen und der Schatz wird vorstellbar. Gleichzeitig gibt es genug Freiräume auf den Bildern, die sofort von der eigenen Phantasie gefüllt werden. Das funtkioniert hervorragend und gefällt mir wiederum richtig gut!

Weitere Infos zum Buch:

Texte von Raphael Honigstein

Illustriert von Caroline Attia

Die größten Schätze aller Zeiten.
Wie man Schätze versteckt, verliert und wieder findet

Übersetzung von Sören Maahs

Kleine Gestalten Verlag
ISBN: 978-3-89955-796-1

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