Hahn Theodor will König sein

Bilderbuch über Macht, Demokratie und das Leben auf dem Bauernhof: König Theodor

Wer eine Krone hat, ist König. Das glaubt zumindest Hahn Theodor, als er eine verbeulte Metallkrone findet.

Die Hühner sind schlauer: Als König wird man geboren. In ganz seltenen Fällen kann man auch gewählt werden.

Also zieht Hahn Theodor in den Wahlkampf. Von Demokratie hat er wohl noch nie etwas gehört, doch für die Bedürfnisse seiner Wähler zeigt er ein gutes Gespür. Den Schweinen verspricht er, nicht mehr um 5 Uhr morgens zu krähen. Die Hühner dürfen bei Regen im Stall bleiben. Obwohl keiner so richtig weiß, was durch einen König besser werden könnte, wird er auf Grund seiner Versprechen mit nur einer Gegenstimme gewählt.

Währenddessen geht das Leben auf dem Bauernhof weiter. Auf jeder Doppelseite gibt es witzige Details und kleine Nebenhandlungen. Mäuse fahren Hühnereier im Kinderwagen spazieren. Eine Raupe mit Taucherbrille will im Wassertrog baden. Die Schweine machen beim Fressen eine Sauerei.

Was macht einen guten Herrscher aus?

Doch wie gut ein Herrscher ist, zeigt sich erst in der Krise. Auf einmal soll Hahn Theodor – Pardon – König Theodor Streit schlichten. Kann er das? Ist er dafür kompetent? Wäre eine gemeinsam gefundene Lösung nicht besser? Er hat Zweifel an seinen eigenen Fähigkeiten. Dann verschwindet ein Schaf. Der Verdacht fällt sofort auf den Fuchs …

Bis dahin war für mich König Theodor ein gut gemachtes Bilderbuch mit vielen liebenswerten Details und Nebenhandlungen, die dafür sorgen, dass das Bilderbuch auch dann noch zur Hand genommen wird, wenn die eigentliche Geschichte auserzählt ist. Aber die nachgereichte Auflösung, was mit dem kleinen Schaf wirklich geschah und welche Rolle der Fuchs spielt – die ist das Sahnehäubchen! Ich verrate nichts – lest das Buch!

Von Bestimmern, einem Wahlkampf und dem Wesen der Demokratie

„Ich bin der Bestimmer!“ ist ein Satz, der in Kinderzimmern und auf Spielplätzen häufiger zu hören ist. Dieses Bilderbuch zeigt ohne erhobenen Zeigefinger, welche Verantwortung ein Bestimmer trägt und hinterfragt, was an Kronen und Monarchen überhaupt fasziniert. Es lässt uns zudem an einem typischen Wahlkampf teilhaben. Wer die Geschichte noch weiterdenken möchte, landet schnell bei der Frage, was durch einen Herrscher geregelt werden muss und was die Tiere nicht genauso gut zwischen sich hätten aushandeln können. Wäre eine Demokratie nicht die bessere Wahl für die Tiere auf dem Bauernhof gewesen?

Klingt nach viel Stoff, oder? König Theodor lässt sich aber dank der Illustrationen von Eva Künzel genau so gut als witzige Bauernhofgeschichte lesen. Und genau diese Vielschichtigkeit macht König Theodor zu einem gelungenem Bilderbuch!

Angaben zum Bilderbuch:

Anne Hassel – Text
Eva Künzel – Illustrationen

König Theodor

empfohlen ab 4 Jahren

Alibri Verlag
Leseprobe beim Verlag

Passt gut dazu: Ich bin der Bestimmer!

2 Kommentare

  1. Das Buch kenne ich noch gar nicht! Klingt aber interessant.

  2. Na, das passt ja jetzt gerade wunderbar zwischen all die gemachten Wahlversprechen zur Europawahl 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.