Albert Einstein, Limbradur und die Magie der Schwerkraft

LIMBRADUR UND DIE MAGIE DER SCHWERKRAFT. Kinderbuch über Physik und Albert EinsteinMeist sind bei erzählenden Kindersachbüchern die Informationen und die Wissensvermittlung wichtiger als die Geschichte. Nicht so bei dem Kinderbuch Limbradur und die Magie der Schwerkraft, das Wissen über Albert Einstein und die Raumfahrt vermittelt.

Der Autor Volker Präkelt und der Ideengeber Peter Popp verfolgen einen ganz anderen Ansatz. Sie verbinden eine Abenteuergeschichte mit magischen Elementen, ein Wissensbuch mit einer Mutmachgeschichte und ein Sachbuch mit einer Familiengeschichte.

Das Konzept geht auf, wenn auch die Geschichte an manchen Stellen etwas im Dreieck springt. Aber da steckt System dahinter.

Nachts allein im Albert-Einstein-Museum

Um zur coolsten Geburtstagsparty der Schule eingeladen zu werden, muss man eine Mutprobe bestehen. Für Limbradur lautet die Aufgabe, sich eine Nacht vor der Eröffnung in das Albert-Einstein-Museum hineinzuschleichen und als Beweis einen Gegenstand mitzubringen.

Limbradur ist natürlich nicht der wirkliche Name unseres Helden. Er hat für seine kleine Schwester eine Geheimidentität als Zauberschüler erfunden, um sie damit über den Tod der Mutter hinwegzutrösten. Diese Geschichte hat sich verselbständigt und er muss sie nun schon seit Jahren aufrecht erhalten. Womit schon mal die wichtigsten Themen umrissen sind: Physik und Wissen, Geschwisterliebe und Phantasie, Coolness, Selbstwertgefühl und echte Freunde. Die Jungs, die zur Mutprobe auffordern, sind am Ende des Buches weder cool noch wahre Freunde.

Doch das ist eigentlich nur die Nebenhandlung. Im Mittelpunkt steht, was Limbradur nachts im Museum erlebt. Dort trifft er auf Alby X3, einen kleinen, knuffigen Wissensroboter, der ihm Physik und Raumfahrt erklärt und ihm den Menschen Albert Einstein und seine Theorien näherbringt.

Es ist ein Gespräch zwischen Freunden. Die beiden kommen vom Hölzchen aufs Stöckchen, springen durch Raum und Zeit, düsen mal eben ins Weltall und landen durch das gekippte Fenster wieder sicher im Museum. Dabei werden die Sachthemen oft nur angerissen und dann wieder fallen gelassen.

Das war der Moment, in dem ich massiv am Buch gezweifelt habe.

Pralles Leben statt linear aufgebauter Schulstunde

Doch Gespräche mit Kindern verlaufen genau so. Der Erwachsene hat eine Struktur im Kopf. Er möchte Wissen auf eine bestimmte Art vermitteln. Derweil hüpft das Kind gedanklich von A nach B und freut sich daran, wie laut sein Skateboard mitten in der Nacht auf Kopfsteinpflaster klingt. Wie es wohl wäre, wenn man mit dem Skateboard schweben könnte? Limbradur wird es erfahren und dabei einiges über die Bewegung von Körpern und die Schwerkraft lernen.

Das Konzept des Buches ist es, neugierig zu machen. Geschickt werfen die Autoren den Kindern Wissensbrocken zu und fordern auf, damit zu spielen. Wenn die Geschichte endet, bleiben Fragen. Wie war das noch mal mit der Krümmung des Raumes?

All diese Fragen, all die losen Gedankenfäden und frei durch den Raum schwebenden Wissensbrocken werden im Anschluss an die Geschichte in einem Sachteil locker und zusammenhängend erläutert.

Eigentlich könnte man dann gleich die Geschichte nochmal lesen …

Infos zum Kinderbuch:

Volker Präkelt – Text
Peter Popp – Idee
Ulf K. – Illustrationen

Limbradur und die Magie der Schwerkraft

empfohlen ab 10 Jahren

Mixtvision
ISBN 978–3–95854–099–6

Limbradur und die Magie der Schwerkraft gibt es auch als Animationsfilm. Eine Rezension dazu findet Ihr hier bei Literaturgarage.

Lust auf noch ein erzählendes Kindersachbuch?
Dann schaut mal hier rein: Das Ende der Zeppeline

 

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